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Frauen und Gesundheit - Aus für die Frauengesundheit?!

Ein Landtagsbeschluss führte vor sechs Jahren zur Einrichtung der Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW. In 2004 bekräftigte der Landtag parteienübergreifend mit dem Beschluss zur "Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW" sein Anliegen, den ge-schlechterdifferenzierten Ansatz im Gesundheitsbereich zu implementieren. Diesen Beschluss hat auch Ministerpräsident Rüttgers unterzeichnet.
Aus gutem Grund:

  • Noch immer sterben prozentual mehr Frauen als Männer an den Folgen eines Herzinfarktes, weil Frauen im Vorfeld häufig andere Symptome als Männer zeigen und dies noch zu wenig erforscht und bekannt ist.
  • Von häuslicher Gewalt betroffene Frauen werden häufig jahrelang falsch z.B. mit Psychopharmaka behandelt, weil die Ursache ihrer Beschwerden und Erkrankungen nicht erkannt wird.
  • Die Angebote der Prävention und Früherkennung nehmen v.a. Frauen wahr. Die Beteiligung von Männern z.B. an der Krebsfrüherkennung stagniert bei 17,2 %.

Dies sind nur drei Beispiele dafür, dass eine Geschlechterdifferenzierung im Gesundheitsbereich unerlässlich ist. Auch die politische Beschlusslage von den Vereinten Nationen, über die Weltgesundheitsorganisation WHO bis hin zur Konferenz der Gesundheitsminister und -ministerinnen der deutschen Bundesländer lautet übereinstimmend: Geschlechterdifferenzierung ist eine Investition in Qualität gesundheitlicher Versorgung, sie liefert Ansatzpunkte für passgenaue Versorgung und Prävention und optimiert langfristig den Ressourceneinsatz im Gesundheitswesen.

Die Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW hat in den vergangenen sechs Jahren diese Erkenntnisse in die Praxis der Gesundheitsversorgung, die Fachöffentlichkeit und die breite Öffentlichkeit gebracht und die zur Umsetzung erforderlichen Strukturen aufgebaut.

Das Gesundheitsministerium hat nun beschlossen, die Förderung dieser Arbeit zum 31. März 2006 einzustellen. Mit der Koordinationsstelle würden die aufgebauten Strukturen wegfallen, die Umsetzung der Geschlechterdifferenzierung im Gesundheitsbereich wäre damit gestoppt.

Das würde das Aus für Frauengesundheit in NRW bedeuten.

Weitere Informationen:

 

Hintergrundpapier zur Weiterförderung der Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit (177KB)